Gelesen: „Wie Elon Musk die Welt verändert“


Erfinderisch, erfolgreich, ehrgeizig, milliardenschwer. Es gibt viele Worte mit denen man Elon Musk, den Gründer von SpaceX und den Chef von Tesla beschreiben könnte. Auch viele gibt es viele. Mit Steve Jobs oder der fiktiven Figur Tony Stark zum Beispiel. In einer Biographie verrät der Journalist Ashlee Vance, dass das nicht immer so war.

Als Kind allerdings schon. Elon wuchs in wohlhabenden Verhältnissen in Südafrika auf, litt allerdings unter der Scheidung seiner Eltern und den ungewöhnlichen Erziehungsmethoden seines Vaters, zu dem er den Kontakt später abbricht. Als Heranwachsender zieht es ihn zu Verwandten nach Kanada, auch um dem südafrikanischen Militärdienst zu umgehen. Auch , wo er auch studiert. Nach einem Praktikum in einer Bank zieht es Elon mit seinem Bruder Kimbal nach San Francisco, um ein Unternehmen zu gründen.

Aus diesem Unternehmen soll später der Bezahldienst PayPal werden, aus dessen Führungsetage Elon verdrängt wird. Trotzdem wird er durch den Börstenstart PayPals millionenschwer, beschließt aber, dem Silicon Valley den Rücken zu kehren und in Los Angeles neu zu starten. Um nicht alles vorweg zu nehmen: Dort gründet er das Raumfahrtunternehmen SpaceX, absolviert nach einigen Startschwierigkeiten im Auftrag der NASA Versorgungsflüge für die internationale Raumstation ISS und ist nebenbei noch an der Gründung von Tesla beteiligt.

Natürlich geht es in der Biografie nicht nur um Erfolge und Misserfolge, sondern auch um den Menschen Elon Musk, den Workaholic, den unerbittlichen Antreiber, der (nach Vances Buch) von seinen Angestellten gehasst und gleichzeitig geliebt wird, weil er nicht nur von sich sondern auch von allen Mitarbeitern nichts weiter als das Unmögliche verlangt. Schneller günstigere Raketen zu bauen zum Beispiel.

Das Buch liest es sich eigentlich flott weg. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Geschichte des vom Vater traumatisierten Jungens aus Südafrika, der zu einem der reichsten Männer der Welt aufsteigt, hier und da ein bisschen weniger wie eine Biografie und mehr wie ein Underdog-Roman rüberkommt. Das macht aber nichts, sondern sorgt im Gegenteil dafür, dass man (zumindest erging es mir so) das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchten.

Hat man sich erstmal ans komische Format der Druckausgabe gewöhnt, bleibt noch ein Problem: Wer wirklich alles verstehen und weitere Informationen erhalten will, muss auch die Endnoten lesen und somit immer zwischen der aktuellen Seite und der jeweiligen Endnote hin und her blättern. Das reißt einen immer wieder aus dem Fluß. Zwar erwähnt Vance kurz im Vorwort, dass er ellenlange Anmerkungen durch Musk in Form von Fußnoten fürchte. Eigene Anmerkungen als Endnoten machen es aber nicht besser. So verkommt das Buch bei allem Entertainment auch ein wenig zu einer historischen Biographie beziehungsweise einer wissenschaftlichen Arbeit (was es vielleicht ja auch ist). Schade!

Das Buch „Elon Musk: Wie Elon Musk die Welt verändert“ kostet als Hardcover rund 20 Euro. Kindle-Besitzer zahlen 15,99 Euro. Wer des Englischen mächtig ist, bekommt das Original „Elon Musk: Tesla, SpaceX, and the Quest for a Fantastic Future“ für 8,95 Euro als eBook. Der fehlenden Buchpreisbindung sei dank.

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