Gelesen: „Folge dem blauen Vogel“


Biz Stone ist Unternehmensgründer, Spaßvogel, Veganer und Weltverbesserer. Außerdem ist er unter die Autoren gegangen. In seiner Biographie „Folge dem blauen Vogel“ erzählt er von der Twitter-Gründung und garniert die Geschichte mit Auszügen aus seinem Leben und Lebensratschlägen für jedermann. 

Abgebrannt sei er gewesen. Trotzdem kündigte er bei Google und schoss damit Aktienoptionen im Wert von mehreren Millionen US-Dollar in den Wind. Egal. Die Aussicht, wieder mit dem Blogger-Gründer Evan Williams zusammenzuarbeiten, schien Biz Stone lukrativer, als noch zwei Jahre bei den Jungs mit den hochgradigen Uni-Abschlüssen von Google zu verbleiben.

So landet Biz also wieder an der Seite von Ev bei Odeo. Dort lernt auch den Gründer Noah Glass und den Programmierer Jack Dorsey kennen. Odeo soll das für Podcasts sein, was Blogger Jahre zuvor für das Self-Publishing war: eine Revolution. Über die Plattform sollten Nutzer Podcasts aufnehmen und miteinander teilen können. Weil Apple Podcasts kurze Zeit später in iTunes integriert, ist Odeo zum Scheitern verurteilt. Um noch irgendetwas Brauchbares aus der Firma herauszuholen, veranstaltet Ev einen Hackathon, an dem alle Mitarbeiter teilnehmen sollen. Daraus entstand der Kurznachrichtendienst Twitter.

Das ist mehr oder weniger die Kurzfassung der Biographie. Biz Stone garniert die Gründungsgeschichte von Twitter mit Geschichten aus seiner Jugend. Da gibt es die Story, in der er sich mit seinem Kumpel auf den Abschlussball schleicht, weil es beide versäumt haben, Karten zu kaufen oder die Geschichte von der ersten Wohnung in San Francisco. Insgesamt ist das Buch locker und leicht geschrieben. 

Wer zuvor schon das Buch „Hatching the Twitter“ von Nick Bilton gelesen hat, wird feststellen, dass der aktuelle (Interims-)Chef von Twitter, Jack Dorsey, bei Stone bedeutet besser wegkommt. Kein Wunder: Stone gibt ja auch selbst an, sich weiterhin regelmäßig mit Dorsey auszutauschen. Auch zu Ev habe er noch Kontakt. Allerdings nicht mehr mit beiden gleichzeitig. Das deckt sich dann wieder mit „Hatching the Twitter“. Laut Bilton sind Dorsey und Williams nämlich alles andere als in Freundschaft auseinandergegangen. Was verwundert: Noah Glass, der nach einem Gerichtsbeschluss offiziell zu den Twitter-Gründern gehört, taucht bei Biz Stone nur am Rande als Typ der gerade bei Odeo gearbeitet hat auf.

Alles in allem ist „Folge dem blauen Vogel“ eine kurzweilige Erzählung aus dem Leben einer interessanten Persönlichkeit. Vom Umfang her ist „Vogel dem blauen Vogel“ aber keine 19,99 Euro wert. Wer sich für Biz Stone interessiert, sollte deswegen lieber beim eBook (15,99 Euro), der englischen („Things a little bird told me“, 11,70 Euro)) oder einer gebrauchten Ausgabe zuschlagen.

(Ich selbst hatte übrigens Glück und konnte ein noch eingeschweißtes Buch „gebraucht“ für insgesamt 4 Euro ergattern.)

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