Betas: Nerds in Serie


Spätestens seit The Social Network im Kino lief, ist die Start-up-Kultur auch im Mainstream beliebt. In dem Streifen übernimmt die Jesse Eisenberg die Rolle von Mark Zuckerberg. Der Film skizziert, wie Zuckerberg gemeinsam mit seinen Freunden Eduardo Saverin (Spider-Man Andrew Garfield) und Dustin Moskovitz ein soziales Netzwerk gründet, dass heute jeder siebte Erdenbürger nutzt. Die Rede ist natürlich von Facebook. Die acht Oscar-Nominierungen sprechen nicht nur von der Qualität sondern auch vom Erfolg des Filmes.

Rund vier Jahre später flimmern Nerds aus der Gründerszene in Serie über die Bildschirme. „Betas“ heißt die Eigenproduktion von Amazon. In der ersten Staffel versuchen die vier Geeks Trey, Nash, Hobbes und Mitchell ihr Start-up, die soziale Dating-App BRB, mehr oder weniger erfolgreich zur vermarkten. Trey ist der CEO des Unternehmens, Nash der introvertierte Chef-Entwickler, Hobbes der ausgeflippte Womanizer und Mitchell der Außenseiter. Auf dem ersten Blick hört sich die Besetzung nach einem Ableger der Comedy-Serie The Big Bang Theory an.

Allerdings wird schon nach den ersten Minuten klar: Das will Betas nicht sein. Der Humor ist definitiv derber. Sex und vor allem Drogenkonsum spielen eine größere Rolle und alles in allem ist die Handlung auch ein Stück weit näher an der Realität. So gelingt BRB nicht auf Anhieb der Durchbruch. Stattdessen siedelt das Team für kurze Zeit beim Accelerator Murch an und hat dort die Möglichkeit, die App unter Aufsicht von George Murchison weiterzuentwickeln. Nach ersten Problemen mit der Branchen-Presse und einem Selbstfindungstripp in die Wildnis haben die BRB-Macher schlussendlich die Möglichkeit, die App an einen größeren Konkurrenten zu verkaufen. Allerdings stellen sich Trey & Co. am Ende der ersten Staffel die Frage ob sie mit BRB wirklich nur die schnelle Million machen und das nächste Start-up gründen oder ihr Projekt fortführen wollen. Wie das ausgeht verrate ich hier natürlich nicht.

Hin und wieder erkennen technikaffine Zuschauer eine Anspielung auf die reale Start-up-Welt. Die Tatsache, dass Nash sich konsequent weigert, Hosen mit langen Beinen zu tragen und bei jedem Wetter Shorts bevorzugt, ist etwa eine nette Anspielung auf Mark Zuckerberg, der mit Vorliebe Badelatschen trägt. Beim Ausflug in die Wildnis finden die vier Protagonisten unter Anleitung eine vergrabene Kiste mit Polaroid-Fotos von anderen berühmten Gründern, wie Steve Jobs. Der CEO der Firma, die BRB am Ende aufkaufen will, wirkt wie eine personifizierte Version von Facebook oder Google, die mit ihrem Geld nahezu wöchentlich Start-ups aufkaufen.

Bisher nur in den USA zu sehen ist eine ganz ähnliche Serie von HBO. Die heißt schlicht Silicon Valley und handelt ebenfalls von einem Start-up auf dem Weg nach oben. In naher Zukunft soll dann übrigens auch die Gründungsgeschichte von Twitter in einem Serienformat ins Fernsehen kommen. Drehbuchautor ist Nick Bilton, der die Story bereits im Werk Hatching the Twitter manifestiert hat. Nach der Lektüre kann ich sagen, dass die Geschichte tatsächlich Stoff für mehrere Staffeln bietet.

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