Breaking Bat


Ich bin froh, wenn es Beruf und Familie ein oder zwei Mal pro Woche erlauben, sich für eine Stunde vor die Konsole zu verziehen. Damit ich die Zeit beim Zocken genießen kann, bin ich mittlerweile dazu übergegangen, nur ein Spiel auf einmal zu spielen. Dementsprechend besitze ich quasi auch nur ein Spiel zur Zeit. Aktuell ist es Batman: Arkham Origins. Nach zwei grandiosen Vorgängern ist der aktuelle Titel allerdings eine Enttäuschung.

Zwei Sachen Vorweg:

– Ich habe das Spiel nicht zu ende gespielt
– Ich besitze eine Xbox 360

Das Wort zur Story
Arkham Origins spielt vor den beiden anderen Teilen, ist also ein Prequel. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines jungen Batman, der sich in Gotham City langsam einen Namen macht. Das scheint jemandem ein Dorn im Auge zu sein. Dieser jemand setzt sogleich ein Kopfgeld in Millionenhöhe auf den maskierten Rächer aus, das nun mehrere Gauner einstreichen wollen. Die wollen Batman deswegen ans Leder. Und das auch noch an Weihnachten. Der Joker kommt natürlich auch noch vor. Irgendwie.

Nichts los in Gotham City
Arkham Asylum fand ich grandios. Von dem Spiel konnte ich kaum die Finger lassen. Auch Arkham City war, trotz der „offenen“ Spielwelt super. Und da liegt auch schon der Hund begraben. Gemäß dem Moto „Mehr ist immer besser“ haben die Entwickler, die jetzt übrigens nicht mehr die selben wie bei den Vorgängern sind, die Spielwelt deutlich vergrößert. Statt sich, wie in Arkham City, in einem abgesperrten Areal zu bewegen, ist in Arkham Origins die komplette Stadt begehbar. Und leer. Na gut. Nicht ganz leer. Gauner und Ganoven tummeln sich schließlich über all zu Hauf. Vielleicht ist das auch gleichzeitig die Erklärung, warum Passanten, bis auf wenige Opfer, in Gotham City praktisch nicht vorhanden sind. Auf den Straßen fährt kein Auto, am Himmel gibt es kein Flugzeug. Nur in den Gebäuden brennen teilweise Lichter. Das macht die ganze Szenerie unglaubwürdig. Wo ist die Bedrohung? Für wen kämpfe ich als Batman da eigentlich?

Immer unterwegs
Um das aktuelle Missions-Ziel zu erreichen, muss sich Batman nichtsdestotrotz durch das weitläufige Areal schwingen. Es ist aber auch möglich, sich vom fliegenden Barmobil von A nach B transportieren zu lassen. Wären da nur nicht diese Funktürme, die in jedem Spielabschnitt stehen und das Signal blockieren. Will man sein Fahrzeug Flugzeug nutzen, muss man erst die Sender in den Türmen zerstören, bevor man ausnahmslos alle Ziele erreicht. Tut der Spieler das nicht, schwingt er sich durch die ganze Stadt. Oder geht halt zu Fuß. So oder so schaffen es die Entwickler, die Spielzeit um die eine oder andere Stunde zu strecken.
Schurke um Schurke
Mehr noch als in den Vorgängern hangelt sich Batman dabei unterwegs von einer Keinerlei zur anderen. Entweder vermöbelt der Spieler gleich einen Haufen Verbrecher mit allerhand Gadgets, Kombos und natürlich Kontern auf einmal, oder er bewegt sich in einem Gefahrengebiet (ähnlich dem in Hamburg) und darf sich von den Feinden nicht erwischen lassen. Dabei kommt Euch zu gute, dass es auch in Arkham Origins wieder in jedem Raum die obligatorischen Wasserspeier gibt, auf den Ihr Euch verstecken könnt. Egal, ob in der Bank, der Kanalisation oder im Polizeirevier. Überall gibt es die selben Wasserspeier. Erwischen die Ganoven Batman doch einmal auf frischer Tat (Sollte es nicht eigentlich andersherum laufen?), schwingt er einfach ein paar Mal von links nach rechts. Schon haben die Fieslinge die Hauptfigur aus den Augen verloren. Ninjastyle.
Einer nach dem anderen
Wie eingangs erwähnt: Ich habe das Spiel nicht durchgespielt. Ich weiß also nicht, ob auch nur einer der von mir besiegten Oberschurken noch einmal vorkommt. Deathstroke, Copperhead & Co. tauchen im Spiel in der Regel völlig aus dem Zusammenhang gerissen auf, kriegen auf die Mütze und sind dann direkt wieder weg. Die Kämpfe laufen auch immer nach dem gleichen Schema ab: Blocken, ausweichen, Quicktime-Event, prügeln, blocken, ausweichen und so weiter. Die Abwechslung, die etwa die Scarecrow-Sequenzen in Arkham Asylum gebracht haben, fehlte bis jetzt komplett. Schade!
Rätselspaß?
Musste der Spieler den Tatort im Detektiv-Modus in den Vorgängern gründlich nach Hinweisen absuchen, gibt es in Arkham Origins in den entsprechenden Szenen mittlerweile rote Markierungen, die es einfach nur aus der Ego-Perspektive abzulichten gilt. Keine Herausforderung für Spieler. Und andere. Dafür kann man auf den langen Wegen von A nach B oder Turm zu Turm reichlich entdecken: Es gibt die bekannten Riddler-Rästsel, Anarchy-Symbole, Störsender und so weiter. Es gibt so viel, dass Spiel davon überladen ist. Es gibt so viel, dass ich gar keine Lust habe, Zeit in die Suche zu investieren, weil ich im Voraus weiß, dass ich nicht alles finde, löse, einsammle, zerstöre oder abfotografiere.

Das Fazit: Breaking Bat
Das Gameplay hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht verändert. Das Areal dagegen schon. Gotham City wirkt lieblos, trostlos und leer. Im Prinzip hat Batman niemanden, den er retten kann, abgesehen von seiner eigenen Haut. Die immer gleich ablaufenden Kämpfe bieten ebenso wenig Abwechslung wie die Schleicheinlagen. Weil ich das Spiel (noch) nicht zu Ende gespielt habe, schweige ich mich über die Story aus. Vielleicht kommt da ja noch eine Überraschung. Ich glaube es aber nicht.

Jeder Spieler kann das Spiel natürlich anders empfinden. Ich freue mich über Meinungen.

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